St. Anna Realschule wandert für Menschen in Not

„5000 Kilometer für den guten Zweck!“

Der 4. Oktober ist von je her ein besonderer Tag für die Mädchenrealschule und das Kloster St. Anna. Die gesamte Schulgemeinschaft feiert den Gedenktag des Heiligen Franz von Assisi (1182-1226), Patron von Schule und Kloster.

Daher fand auch heuer, wie jedes Jahr an diesem Tag, ein Morgenlob mit Texten, Gebeten und Liedern rund um das Leben und Wirken dieses „großen“ Heiligen im Turnsaal der Schule statt.

Um den Worten von Nächstenliebe und Solidarität auch Taten folgen zu lassen, hat es sich die Schulgemeinschaft zur Tradition gemacht, jedes zweite Jahr den Festtag des Heiligen Franziskus zu einem besonderen „Wandertag“ zu erheben und sich nach dem Morgenlob gemeinsam auf den Weg zu machen. Das Motto lautet: „Wir bewegen uns, um für andere etwas zu bewegen.“

Dieser Solidaritätsmarsch, an dem von den über 400 Schülerinnen zusammen weit über 5000 Kilometer zurückgelegt wurden, funktionierte so: Im Vorfeld des Festtages legten die Schülerinnen zusammen mit ihren Klassenlehrern eine Wanderroute zwischen 10 und 14 Kilometer fest. Dann begann die Suche nach Sponsoren. Die Schülerinnen sprachen Eltern, Geschwister, Freunde und Bekannte an und baten diese um eine „Kilometerpauschale“. Diese wurde auf einer Teilnehmerkarte notiert und entsprechend abgerechnet.

Ein Rechenbeispiel: Spendet jemand einer Schülerin für jeden gewanderten Kilometer 50 Cent, so entspricht dies bei einer Strecke von 12 Kilometern einem Betrag von 6 Euro.

Je mehr Spender gefunden wurden, desto größer fiel das Gesamtergebnis aus.

Diese Tatsache, vor allem aber die Aussicht, mit körperlicher Bewegung Gutes tun zu können, motivierte die Schülerinnen, tagelang fleißig Spenden zu sammeln. Vor allem die Schülerinnen der unteren Klassen erläuterten ihren Lehrkräften voll Freude, mit welch großem Eifer und Erfolg sich ihre Sponsorensuche gestaltete.

Am Wandertag selbst brachten die Schülerinnen ihre Teilnehmerkarten mit, um sie an den Wendepunkten der Rundwege (z.B. Eggersberg, Hexenagger, Kastlhof) abstempeln zu lassen. Manche Schülerinnen hatten sogar Nachbarn und Geschäftsleute um Spenden gebeten.

Der Gesamterlös des Solidaritätsmarsches soll, wie bereits die Male zuvor, auf verschiedene Hilfsprojekte in ärmeren Regionen der Welt, aber auch in unserer unmittelbaren Nähe verteilt werden.

Beim letzten Solidaritätsmarch vor zwei Jahren wurden etwa die Waisenkinder der Sankt Anna-Patenschule in Madras/Indien mit einem größeren Geldbetrag gefördert, aber auch das Kleiderladl in Riedenburg und der Unterstützerkreis Asylbewerber erhielten eine Finanzspritze, der Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder VKKK in Regensburg wurde mit einer größeren Spende bedacht und zwei schwertskranke Kinder und deren Familien in unserer unmittelbaren Umgebung konnten finanziell unterstützt werden.

Für welche Projekte das erlaufene Kilometergeld 2016 Verwendung findet, darüber wird in den kommenden Wochen durch Vertreter der Schülerschaft, des Elternbeirates und des Lehrerkollegiums entschieden.

„Wir wollen vor allem zeigen, dass uns das Schicksal leidgeprüfter Menschen nicht egal und Solidarität für uns nicht nur eine leere Worthülse ist“, so der Tenor aller an diesem Marsch Beteiligten.

So ähnlich dürften auch die Worte von Papst Franziskus am Weltjugendtag in Krakau zu verstehen gewesen sein, als er die Jugend aufforderte, sich vom Sofa zu erheben und sich für andere einzusetzen.